6 ways on how to lead yourself through times of change

Vorwort

Das Thema Change Management bekommt mit der aktuellen, globalen Gesundheitskrise um Covid19 eine neue Bedeutung. Da ich mich nicht erst seit meinem Studium mit diesem Thema beschäftige (Hello Mr. Kotter*…), sondern mich wohl schon Zeit meines Lebens unterbewusst mit der Kunst der Veränderungen auseinandersetze, war es meine ursprüngliche Intention einen Beitrag zu schreiben, welcher hilfreiche Tipps in Job und Alltag zum Thema Change Management aufzeigt.

Gegeben der derzeitigen Umstände ist mir bewusst, dass diese Tipps für die nächsten Wochen womöglich nicht in allen Situationen anzuwenden sind (wer hätte vor ein paar Wochen auch ahnen können, dass man nun in Home Office Quarantäne sitzt und wirtschaftlich keine rosigen Zeiten bevorstehen). Dennoch habe ich mich dazu entschieden diesen Blogbeitrag zu veröffentlichen, da sicherlich einige Punkte dabei sind, die auch in der derzeitigen, äußerst bizarren Ausnahmesituation ihre Anwendung finden können.

……….

Veränderungen – im privaten oder beruflichen – sind ein unausweichlicher Teil unseres Lebens. Egal ob es sich um eine planbare (Umzug in eine andere Stadt, ein neuer Job, eine lange Reise), oder eine unvorhersehbare Veränderung der Lebensumstände (Todesfall, Jobverlust, Coronakrise) handelt, geht der Wandel der Dinge nie spurlos an einem vorüber. Change Management ist demnach eben nicht nur in der modernen Managementlehre en vogue, sondern sollte vor allem bei einem selbst beginnen.

“The only constant in life is change!”, hat bereits ein gewisser Heraclitus vor langer Zeit festgestellt und wie ihr seht, wird es in diesem Blogbeitrag – Achtung, Spoileralert – ein wenig philosophisch. Städte verändern sich, Berufsbilder, die Art wie wir miteinander kommunizieren: Tatsächlich scheint kein Stein auf dem anderen zu bleiben.

Für mich selbst stelle ich fest, dass scheinbar in einem Rhythmus von drei Jahren immer eine größere, neue Veränderung ins Haus steht. In meinem Fall war dies oft mit einem Umzug in eine neue Stadt verknüpft und ging meisten mit einer beruflichen Veränderung einher. Oft werde ich daher gefragt, wie ich mit diesen Situationen umgehe und was mir dabei hilft, einen kühlen Kopf zu bewahren und mich auf eine neue Lage einzustellen.

Hier also meine Top 6 Punkte, wie man mit Veränderungen sowohl im privaten, als auch beruflichen Umfeld am besten handhabe.

1. Veränderung fängt immer bei einem selbst an

Und ganz plötzlich ist sie da: Eine neue – oftmals Lebensumstände verändernde – Situation. In diesem Moment stellt man sich unausweichlich automatisch die Frage, was man nun davon halten und – noch wichtiger – wie man damit umgehen soll.  Hier kommt das Thema Selbstreflexion ins Spiel und die eigene Bereitwilligkeit sich über die Geschehnisse mit einer nahe stehenden Person auszutauschen. Ein guter Freund/eine gute Freundin (die einem hoffentlich unverblümt und ehrlich die Meinung sagt) ist in solchen Lebenssituationen (und natürlich auch sonst) Gold wert. Ein gesunder Blick von außen ist jedenfalls wichtig, um den Selbstreflektionsprozess zu begleiten.

2. Humor gewinnt

Manche Veränderungen bringen oftmals Situationen mit sich, in denen sich der Gordische Knoten nicht mehr wirklich lösen lässt. Es kommt selbstverständlich auf die Ausganslage an, aber insbesondere im beruflichen Alltag entpuppt sich „Affiliative humor“ – also Witze über Dinge zu erzählen, die jeder lustig finden könnte – als Wunderwaffe. Um eine oftmals banale und doch verzwickte Situation aufzulockern, eignet sich dabei oft eine humorvolle Anekdote aus der eigenen Hoppalakiste, ohne sich dabei gleichzeitig unter den Scheffel zu stellen. Eine Regel gibt es noch zu beachten: Ein Witz darf nie auf Kosten eines anderen gemacht werden (zB Kollegen), da Menschen in Zeit von Veränderung anders agieren und der gut gemeinte Auflockerungsversuch unweigerlich nach hinten losgehen könnte.

3. Es ist alles relativ…

Oft hilft es die derzeitige Situation in Relation zu stellen und sich in schwierigen Momenten die eigenen Werte ins Gedächtnis zu rufen. Was macht mich glücklich? Worin bin ich wirklich gut und vor allem: Wer oder was ist mir in (meinem!) Leben wichtig?

Auch wenn es nicht immer leicht fällt, sollte man sich in schwierigen Momenten auf die eigenen Werte, statt auf die Ängste fokussieren. Wichtig dabei ist uns das in Erinnerung zu rufen, was uns wirklich wichtig ist – Familie, Freunde, persönliche Rituale, Musik, Kunst, Sport etc. – um einen Puffer gegen alle Schwierigkeiten und negativen Gedanken aufzubauen, die auf uns einprasseln und uns schlaflose Nächte bereiten.

Ein Gratitude Journal zu schreiben ist nicht nur gerade in, sondern hilft tatsächlich dabei den eigenen Geist mit einer einfachen Übung zu stärken. Es ist sogar wissenschaftlich* *erwiesen, dass es Menschen aller Altersgruppen hilft, täglich 10 Minuten über eine Zeit zu schreiben, in der ein bestimmter persönlicher Wert, sich positiv auf das eigene Wohlbefinden ausgewirkt hat.

Tipp: Wer keine Lust dazu hat jeden Tag vor dem zu Bett gehen in sein Tagebuch zu schreiben, kann dies zB auch über die App „Grateful“ machen. Auch wenn es nicht unbedingt empfehlenswert ist das eigene Handy mit ins Bett zu nehmen (…aber nun ja, nobody is perfect), bietet die App den Vorteil auch Photos zum Tagebucheintrag anzuhängen.

4. Lass uns über Gefühle sprechen (…aber nicht ständig)!

Es heißt ja, dass man über seine Gefühle, Ängste und Emotionen in Zeiten von ungewollten Veränderungen reden soll. Dies ist wichtig und bis zu einem bestimmten Punkt auch völlig OK (siehe Punkt 1, Selbstreflexion), allerdings ist es wissenschaftlich erwiesen, dass dies eher kontraproduktiv ist, wenn man sich an neue Umstände anpassen muss und dabei zu lange in diesem Zustand verharrt. Wichtiger dabei ist es die Probleme welche die Veränderung mit sich bringt zu definieren (zB finanzielle Einbusen), messbar zu machen (zB Summe des finanziellen Nachteils) und – bestenfalls gemeinsam – an einer realistischen Lösung zu arbeiten. Auch wenn wir nie frei von Veränderungen sind, sind wir immer frei zu entscheiden, wie wir darauf reagieren.

5. Change is what you make of it!

Wo sich eine Türe schließt, öffnet sich eine andere: Was der französische Dramatiker Molíere bereits um 1650 festgestellt hat, ist mitunter die effektivste Art und Weise mit Veränderung umzugehen. Wenn es sich um eine eher negative Veränderung handelt, die man nicht selbst beeinflussen kann und vielleicht sogar aussitzen muss (Corona, I am talking to you…), sollte man sich immer im Hinterkopf die positive Kehrseite in der Situation XY vor Augen halten.

Anm.d.Red.: Da ich den Artikel bereits pre-Corona fertiggestellt habe, würde der ursprüngliche Wortlaut dazu wie folgt weiter gehen:
Man muss den Urlaub verschieben, da man plötzlich krank geworden ist? Job weg? Situationen, die einen immer wieder vor neue Herausforderungen stellen, bieten oftmals neue Möglichkeiten und es drängt sich unweigerlich die Frage auf: Wer weiß, was mir damit erspart geblieben ist? Was im ersten Moment vielleicht wie eine typische Großmutterweisheit klingen mag, ist vielleicht nicht immer einfach umzusetzen.

Anm.d.Red.: Da sich die Menschheit aber doch in einer anderen Situation befindet, wurde der letzte Absatz kurzerhand angepasst: Wenn man nun im Ausland festsitzt, oder um seinen Job fürchten muss, kann man das ganze leider derzeit wenig beeinflussen. Es mag sein, dass sich dadurch neue Chancen auftun (Heimarbeit als Chance in Krisen die Wirtschaft am Leben zu halten, Beschleunigung der Digitalisierung von Unternehmen etc.), welche womöglich in Zukunft neue Beschäftigungsfelder hervor bringt, jedoch ist die Freiheit darüber zu bestimmen welche neue Tür sich nun öffnet, sehr schwer vorauszusagen.  Daher möchte ich noch einen Punkt hinzufügen :

6. Stay positive…

…, denn auch wenn es gerade nicht so gut aussieht, wird es wieder bergauf gehen.

* “Leading Change”, John P. Kotter
**Forscher unter der Leitung von Geoffrey Cohen und David Sherman

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